Unterschied Zeitarbeit-Leiharbeit: Die drei wichtigsten Unterschiede

2019/10/21
Unterschied Zeitarbeit-Leiharbeit: Die drei wichtigsten Unterschiede

Die Begriffe Zeitarbeit und Leiharbeit werden oft synonym verwendet. Auf den ersten Blick drücken sie beide dasselbe Prinzip aus: Arbeit auf Zeit. Doch es gibt kleine, aber feine Unterschiede.

Unterschied 1: Verwendung der Begriffe

Einfach ausgedrückt kann man den Unterschied in der Verwendung der zwei Begriffe in zwei Bereiche unterteilen: Gesetzlich und politisch bzw. medial. Im gesetzlichen Sprachgebrauch wird hauptsächlich von der Leiharbeit gesprochen. Das lässt sich auf eine Gesetzeserlassung aus dem Jahre 1972 zurückführen, nämlich dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz.

Dort wird der Begriff „Leiharbeit“ benutzt. Seit den 70er Jahren also hat sich im gesetzlichen Sprachgebrauch diese Begriffsverwendung etabliert.

Im öffentlichen Bereich, vor allem in der Politik und auch in den Medien wird seit jeher der Begriff „Zeitarbeit“ in Verwendung gebracht. Wenn also eine Pressemitteilung von der Agentur für Arbeit oder ähnlichen politischen Organen veröffentlicht wird, wird fast ausschließlich von „Zeitarbeit“ geredet. Das macht Sinn, wenn man bedenkt, dass solche Pressemitteilungen oftmals Arbeitgebern oder Arbeitnehmern die Idee von der Arbeit auf Zeit schmackhaft gemacht werden soll.

Jetzt haben Sie also eine Vorstellung der verschiedenen Verwendungen dieser Begriffe. Der zweite, wichtige Unterschied in der Verwendung von „Leiharbeit“ und „Zeitarbeit ist die Konnotation, die die Wörter aufwerfen.

Unterschied 2: Konnotation der Begriffe

Interessanterweise hat sich die Konnotation des Begriffs „Leiharbeit“, der ja vor allem im gesetzlichen Rahmen Verwendung fand bzw. findet, über die Jahre negativ entwickelt. Heutzutage wird auch oft von „Leiharbeit“ gesprochen, wenn man unterstreichen will, dass man das Konzept der Arbeit auf Zeit für problematisch hält.

Denn wenn vom „Verleihen“ menschlicher Arbeit die Rede ist, ist die erste Assoziation einiger Menschen Sklaverei oder zumindest ein „ausbeuterisches Geschäftsverhältnis zwischen Zeitarbeitnehmer und Zeitarbeitgeber. Oft wird also der Begriff „Leiharbeit“ von Kritikern dieser Art von Arbeit benutzt. Um sich von dieser Assoziation abzugrenzen und eine andere Perspektive aufzuwerfen, wird deshalb häufig der Begriff Zeitarbeit verwendet.

Diesem Begriffsgebrauch entgegengestellt bedeutet für viele die „Zeitarbeit“ eine moderne und flexible Arbeitsweise. Er wirft nicht Vorstellungen von Ausbeutung und unfairen Arbeitsbedingungen auf, stattdessen verbindet man heutzutage die Zeitarbeit mit einer Chance auf sichere Arbeitsplätze. Denn selbst wenn es einem Land wirtschaftlich im Moment nicht besonders gutsteht – es gibt immer Bedarf nach Zeitarbeitern, die einem Unternehmen für eine befristete Zeit Unterstützung leisten können. Das Stichwort, wenn es um die Konnotation des Begriffs „Zeitarbeit“ geht, ist also Perspektive. Zeitarbeit in Deutschland ist jedenfalls sehr beliebt.

Unterschied 3: Zukunft der Begriffe

In Zukunft ist abzusehen, dass sich die oben aufgeführten Unterschiede in der Verwendung der Wörter vor allem im gesetzlichen Sprachgebrauch widerspiegeln werden. Auch dort ist man sich der negativen Assoziationen mit dem Begriff „Leiharbeit“ bewusst.

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Daher wird wohl in neueren Tarifverträgen dieses Arbeitszweigs immer häufiger „Zeitarbeit“ benutzt. Es scheint also, als hätte der gesetzliche Bereich die Zeichen der Zeit erkannt und nimmt nun überzeugte Schritte, das Stigma gegenüber der Arbeit auf Zeit durch Verwendung des positiv konnotierten Wortes „Zeitarbeit“ aufzubrechen.

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