Polnische Arbeiter gesucht? Alles Wichtige im Über-blick

2019/09/15
Polnische Arbeiter gesucht? Alles Wichtige im Überblick

Wenn Unternehmen unter Fachkräftemangel leiden, wird oft auf polnische Arbeitskräfte zu-rückgegriffen – sei es als polnische Erntehelfer, in der Pflege oder im Handwerk. Die Möglich-keiten hier scheinen gar endlos. Doch damit gehen auch eine Reihe an rechtlichen Vorschriften, sowie organisatorische Faktoren einher, die es zu beachten gilt.

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Die Art der Beschäftigung

Interessieren Sie sich dafür, Arbeitskräfte in geringfügiger Beschäftigung einzustellen, müssen Sie zwischen zwei Arten unterscheiden.

  • Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung fällt an, wenn die maximale Entlohnung einer Tätigkeit bei 450 Euro pro Monat liegt. Als Arbeitgeber müssen Sie Pauschalabgaben zur Sozialversicherung leisten. Hinzu kommen 2% Pauschalsteuer, die der Arbeitnehmer oder aber der Arbeitgeber zu zahlen hat.
  • Von einer kurzfristigen Beschäftigung spricht man, wenn die Tätigkeit bereits im Voraus zeitlich begrenzt ist. Die zeitliche Begrenzung innerhalb eines Kalenderjahres liegt dabei bei drei Monaten, wenn es sich um eine Beschäftigung von mindestens fünf Tagen pro Woche handelt, oder 70 Arbeitstagen, wenn die Arbeitszeit weniger als fünf Tage pro Woche beträgt.

Vertragsart Arbeitnehmerüberlassung: Die Schriftform ist Pflicht!

Bei einer Beschäftigung in Deutschland gelten auch für polnische Arbeitnehmer das deutsche Arbeits- und Arbeitsschutzrecht und die tarifvertraglichen Regelungen. Hier sollen Sie beachten, dass es unbedingt notwendig ist, einen schriftlichen Arbeitsvertrag mit Ihrem zukünftigen polnischen Arbeitnehmer abzuschließen.

Darin sollten Gehalt, Arbeitszeit, Urlaub und alle weiteren Rahmenbedingungen festgehalten werden. Beide Parteien sollten diesen Vertrag noch vor Beginn der Tätigkeit unterzeichnen. Das ist wichtig, da sonst von einem unbefristeten Arbeitsverhältnis auszugehen ist, sollte der Arbeitnehmer beweisen können, dass er oder sie bereits vor der Unterzeichnung bei Ihnen beschäftigt war.

Die richtige Vergütung

In Deutschland muss Arbeitnehmern der gesetzliche Mindestlohn gezahlt werden. Das gilt auch für polnische Arbeitskräfte, die von anderen Firmen entsandt wurden, da der Mindestlohn unabhängig von Staatsangehörigkeit und Wohnsitz ist, siehe §20 MiLoG: „Arbeitgeber mit Sitz im In- oder Ausland sind verpflichtet, ihren im Inland beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein Arbeitsentgelt mindestens in Höhe des Mindestlohnes […] zu zahlen.“

Geltende Rechtslagen

Beschäftigen Sie ausländische Mitarbeiter, sollten Sie sich gründlich über die Rechtssituation innerhalb Ihrer Branche informieren. Nehmen wir an, Sie beschäftigen Handwerker aus Polen. In den meisten Fällen können Sie den vermittelnden Unternehmen vertrauen – doch was ist, wenn doch mal etwas nicht nach Plan läuft?  Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten, denn in jedem EU-Land gelten andere Gewährleistungsrechte.

Generell lässt sich festhalten, dass für polnische Arbeitskräfte auch das deutsche Recht gilt, solange sie in Deutschland tätig sind – beispielsweise, wenn Handwerker ihre Tätigkeit nicht zufriedenstellend ausführen. Schließen Sie den Vertrag allerdings außerhalb Deutschlands ab, kann dies schon wieder ganz anders aussehen. Nach polnischem Recht kann der Verbraucher hier beispielsweise selbst entscheiden, ob der Handwerker seine Arbeit neu verrichten oder nachbessern muss. In Deutschland darf dies in einigen Fällen auch vom Handwerker entschieden werden.

Je nach Branche sollten Sie auf anfallende Herausforderungen gefasst sein. Eine gute Anlaufstelle bietet hier das Deutsch-Polnische Informationszentrum, das Ihnen bei grenzübergreifenden Rechtsproblemen Auskunft geben kann.

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