10 Dinge über polnische Arbeiter, die man wissen sollte

2019/08/30
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Polnische Arbeiter werden in Deutschland geschätzt – und das sicherlich nicht nur wegen der meist geringeren Lohnkosten. Eine gute Arbeitsqualität und Flexibilität sprechen ebenso für polnische Arbeitnehmer, Helfer oder Zeitarbeiter. Um unsere europäischen Nachbarn besser zu verstehen, haben wir Ihnen in diesem Artikel zehn Besonderheiten von polnischen Arbeitern zusammengestellt.

Natürlich gilt nicht jeder der erwähnten Punkte für jeden Polen – die Gesellschaft dort und damit die Einstellung zu verschiedenen Themen ist genauso vielfältig wie in Deutschland. Dennoch gelten die zehn Punkte für die Mehrzahl der Polen und dienen Ihnen als Orientierungspunkt.

1. Polen pflegen starke familiäre Bindungen

Polen sind Familienmenschen, normalerweise noch mehr als Deutsche. Daher gehen Ihnen außergewöhnliche Ereignisse innerhalb der Familie besonders nahe, sei es nun die Kommunion der Tochter, die Heirat des Bruders oder der Tod des Großvaters. Das sollten Sie bei Ihrer Kommunikation mit Ihren polnischen Arbeitern beachten und sich auch mal nach dem Wohlergehen der Familie erkundigen.

2. Bei Fremdsprachen werden Polen immer besser

Immerhin 60 Prozent der Polen geben an, dass sie Englisch sprechen – Tendenz steigend. Heutzutage ist Englisch in vielen Schulen die erste Fremdsprache, dann kommt Russisch. Die drittwichtigste Fremdsprache ist – dank der engen wirtschaftlichen Beziehungen und der geographischen Nähe – bereits Deutsch. Gerade jüngere Polen sind in Bezug auf Fremdsprachen sehr lernwillig und können sich problemlos auf Englisch oder sogar auf Deutsch verständigen.

Bei der älteren Generation sieht das noch anders aus, hier fällt das Englisch- oder Deutsch-Sprechen eher schwer. Dies hat unter anderem den Grund, dass Polnisch als slawische Sprache sich stark vom Deutschen und Englischen unterscheidet. Polnisch lernen ist für uns Deutsche nicht einfach, und umgekehrt ist Deutsch oder Englisch lernen für Polen schwierig. Daher sollten Sie bei Ihren Gesprächen mit polnischen Mitarbeitern Rücksicht auf die sprachlichen Unterschiede nehmen; ebenso sollten Sie akzeptieren, dass auf der Arbeit Polnisch gesprochen wird, wenn Polen untereinander sind.

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3. Polen haben ein eher polychrones Zeitverständnis

Für den Deutschen muss immer eins nach dem anderen ablaufen: erst die eine Aufgabe fertigstellen, dann sich dem nächsten Auftrag zuwenden. In vielen Kulturen – darunter auch der Polnischen – ist das Zeitverständnis anders. Mehrere Dinge werden gleichzeitig ausgeführt, sodass der Eindruck von Chaos entstehen kann. In Wirklichkeit ist dies aber kein Chaos, sondern einfach die bevorzugte Art des Arbeitens für Polen.

4. Dank Arbeitnehmerfreizügigkeit können Polen überall in der EU arbeiten

Seit 2004 ist Polen Mitglied der Europäischen Union, und seit 2011 gilt die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Das heißt, dass Polen seitdem überall in der EU ohne Probleme arbeiten dürfen. Viele Polen machen sich das zu Nutze und suchen sich Arbeitgeber beispielsweise in Deutschland, oder arbeiten als Selbstständige.

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5. Polen haben ein ausgeprägtes hierarchisches Denken

Hierarchien werden von Polen meist ohne Murren akzeptiert. Wenn klar ist, wer der Chef und wer der Arbeitnehmer ist, dann führen Polen Aufträge meist ohne Hinterfragen aus. Es wird einfach „drauflos gearbeitet“, egal in welchem Beruf der Mitarbeiter tätig ist. Das ist sicherlich oft gut, doch nicht in jeder Situation vorteilhaft, denn manchmal helfen kritische Nachfragen weiter. Bedenken Sie das bei Ihren Anweisungen und stellen Sie lieber vorher ganz genau klar, was Sie möchten und was nicht.

6. Der Glaube spielt für Polen eine große Rolle

Etwa 87 Prozent aller Polen sind römisch-katholisch getauft, und etwa 80 Prozent gaben in einer repräsentativen Umfrage an, an Gott zu glauben. Das zeigt: Religion ist für Polen wichtig. Beachten Sie das bei Ihren Ansprachen, Witze auf Kosten des Katholizismus könnten schlecht ankommen

7. In Polen gilt ein anderes Notensystem

Wenn Sie polnische Arbeiter nach seinem Notenschnitt in der Schule oder bei der Ausbildung fragen, müssen Sie bei der Antwort „5,0“ nicht verzweifeln. Denn in Polen gilt im Vergleich zu Deutschland ein umgekehrtes Notensystem: 6 ist die beste Note, 1 die schlechteste Note.

8. Polen sind sehr beziehungsorientiert

„Vitamin B“ ist in Polen noch wichtiger als in Deutschland. Persönliche Kontakte helfen bei Schwierigkeiten mit Behörden oder Ihren Mitarbeitern selbst enorm weiter. Bemühen Sie sich daher immer, neben der professionellen Komponente auch eine persönliche Bindung zu Ihren polnischen Gesprächspartnern aufzubauen. Das hilft bei künftigen Problemen und ist sicher auch der Arbeitseinstellung zuträglich.

9. Abschlüsse von Ausbildungen und Studiengängen lassen sich angleichen

In Bezug auf die Angleichung von Abschlüssen ist das System zwischen Polen und Deutschland genauso komplex wie zwischen anderen Ländern auch. Einheitliche Informationen dazu gibt es so gut wie nicht, es kommt immer auf den Einzelfall an. Doch prinzipiell ist die Angleichung möglich, und so die Arbeit auch in reglementierten Berufen gestattet.

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10. Polen drücken sich indirekt aus

Polen kommunizieren in der Regel indirekter als Deutsche. Direkte Kritik ist daher selten, Polen kritisieren lieber „durch die Hintertür“. Subtile Kommunikation mit Andeutungen und diplomatischen Formulierungen ist an der Tagesordnung, um dem Gesprächspartner gegenüber nicht zu aufdringlich zu wirken. Für den deutschen Geschmack kann das etwas zu gekünstelt wirken, doch für Polen ist diese Art der Gesprächsführung ganz normal.

Wie bereits erwähnt: Alle aufgeführten Theorien über Polen sind lediglich Anhaltspunkte. Natürlich gibt es auch Polen, die eher der „deutschen Mentalität“ entsprechen – wobei selbst die deutsche Mentalität bekanntermaßen von Person zu Person stark variiert. Wir hoffen jedenfalls, dass wir zu Ihrem Verständnis der polnischen Kultur und Kommunikationsweise beigetragen haben!

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